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Das große Labelmimimi

Ein Kommentar von Olaf von der Heydt vom Hesslichen Rundfunk

Liebe Hörspielproduzierende,

in letzter Zeit drangen mal wieder Beschwerden über unser kleines heimeliges Format an unser Ohr. Darin heißt es, dass wir einige Hörspiele mit Absicht verreißen und andere aus ebenso unlauteren Absichten gen Himmel loben würden – kurz wir seien unfair und hätten im Regelfall keine Ahnung.

Zunächst erheben wir mal keinen Anspruch darauf, die Hörspielweisheit mit Löffeln gefressen zu haben. Wir hören Hörspiele einfach deshalb, weil wir gerne Hörspiele hören und machen den OhrCast, weil wir gerne über dieses Medium quatschen. Wir bilden uns eine Meinung über möglichst viele der aktuellen Hörspiele und sagen die auch. Nicht weniger, nicht mehr.

Dass nicht jedes Hörspiel unseren Nerv trifft, dürfte klar sein. Kritische Bemerkungen sind kein böser Wille, um euch Macher in die Pfanne zu hauen, sondern sollen primär unseren Hörern und erst sekundär euch als Feedback dienen. Ob ihr das annehmt, bleibt euch überlassen – wir werden unsere Linie auf jeden Fall beibehalten.

Wir finden, dass das Medium sich nach fast 100 Jahren eine gewisse Reife und Mindeststandards erworben hat, die man in aktuellen Hörspielen hören darf. Angefangen von einem Skript, das etwas erzählen will und kann, über die Regie, die die Idee der Produktion erfasst und sie weiter gibt, bis zu den Sprechern, die in der Lage sind, dies aufzunehmen, umzusetzen und sich letztlich damit im Gesamtwerk einzufügen. Viele von euch schaffen das, aber leider finden sich auch immer wieder – zum Teil haarsträubende – Ausreißer nach unten.

Das manche – zum Glück wenige – von euch dann noch nicht mal in der Lage sind Kritik zulassen, ist meines Erachtens ein zusätzliches Zeichen mangelnder Professionalität. Sicherlich gehört ein gesundes positives Verhältnis zum eigenen Produkt dazu. Daneben sollte aber auch der kritische Blick auf das eigene Schaffen nicht verloren gehen und die Annahme und das Prüfen der Kritik eine Selbstverständlichkeit sein.
Das ist das Mindeste, was ich als Konsument von den Machern erwarte. Nicht das Hörspiel muss vollkommen professionell sein, aber die Haltung der Macher sollte es schon.

Dazu gehören auch andere Tugenden, wie Verlässlichkeit, Aufrichtigkeit etc.; deren Fehlen kann man auch immer wieder aufs Neue anmahnen.

Ohne professionelle Einstellung schadet ihr nicht nur euch, sondern dem gesamten Genre, das es in der kleinen Nische ohnehin schon schwer genug hat.

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  1. 9. September 2013 um 17:13

    Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

    • 10. September 2013 um 15:57

      Danke für die Bestätigung 🙂

  2. Matthias
    10. September 2013 um 08:40

    Seid ihr euch sicher das ihr „Lands of Theoria“ gehört habt und es nicht mit einem anderen MindCrusher Hörspiel verwechselt (bspw. Serive VI oder Raumschiff Flötensuppe)… parallelen zu StarTrek sind in diesem Hörspiel garnicht vorhanden, vor allem weil das Genre ein total anderes ist… Lands of Theoria => „Fantasy Trash“, StarTrek => Science Fiction. Zwar mag es für Personen schwierig sein die erste Folge der 2. Staffel zu verfolgen, dennoch sollte man auch den Titel „Die Festung 2“ berücksichtigen, was darauf hindeutet das es sich um den 2. Teil handelt. Der erste Teil findet sich als letzte Folge der ersten Staffel wieder…

    • 10. September 2013 um 16:17

      Tja… Nein, gehört hatte ich beides, hab es aber beim Kommentar dann versemmelt. Da fehlt so ein Satz weg von „LoT“ in die allgemeine Problematik des Nerd-Hörspiels… Nix für Ungut…

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